Lustgarten

Lustgarten

Schloss Appelhof bildet erst zusammen mit seinem Park und der Allee nach Allersberg ein wohlkalkuliertes, gestalterisches Ganzes.

Seit dem Mittelalter war die gärtnerische Darstellung des Paradieses zunehmend von geometrischen Vorstellungen geprägt. Die Ausrichtung des Gartens auf die Architektur in der italienischen Renaissance führte auch nördlich der Alpen zu einem streng formalen und tektonischen Gartenschema. Der barocke Gartenstil, der sich in den für Ludwig XIV. geschaffenen Parkanlagen von Versailles zum Sinnbild des Sonnenkönigtums des absoluten Monarchen gesteigert hatte, wurde von den Fürsten Europas übernommen und bestimmte bald auch die Gärten des Adels und der Bürger.

Gartenkunst war im absolutistischen Staat in erster Linie Hofkunst. Sie bildete die Bühne für das arkadische Spiel der höfischen Gesellschaft, die der verfeinerten Stadt- und Hofkultur nur zum Schein und zum Amüsement in die Freiheit des Land- und Gartenlebens entfloh. Spätestens mit der Errichtung vom Marie Antoinettes Hameau in Versailles (1774) wurde der Rückzug auf einen Landsitz in ganz Europa zur großen Mode und fand während des Rokoko verbreitet Nachahmung, z.B. in Triesdorf bei Ansbach für Markgraf Friedrich Alexander oder als Dörfle bei Hohenheim für Herzog Carl Eugen. Wie die Nürnberger Patrizier und Augsburger Kaufleute errichteten auch die Gilardis ihren Appelhof nicht zum Wohnen, sondern zum vergnüglichen Zeitvertreib. Von den Augsburger wurden solche Landhäuser als Freßgütlein bezeichnet, da sie keinen landwirtschaftlichen Ertrag erzielten, sondern ausschließlich zum Feiern genutzt wurden. Die Gilardis haben auf dem Appelhof geheiratet und große Gartenfeste abgehalten, die alles in den Schatten gestellt haben sollen, was man seinerzeit gewohnt war.